Marc Gauchey im Gespräch mit Nils Wülker über die Geldermann „Édition Musique“

Breisach, im Mai 2019

Geldermann Chef de Cave Marc Gauchey und Jazztrompeter Nils Wülker
tauschen sich aus: Über Sekt, Musik und was Beides verbindet.

Das Interview

Marc Gauchey:
Nils, wir freuen uns sehr, dass Du bei unsere L’ Édition Musique No. 1 dabei bist. Unsere L’ Édition Musique wird eine Serie sein, bei der sich Musik und Sekt verbinden und Du bist der erste Künstler, der mit uns in diesem Projekt zusammenarbeitet. Wir wollen mit der Edition unterschiedliche Sinne ansprechen – indem man Musik hört und den Sekt dabei genießt.

Nils Wülker:
Das Vertrauen von Geldermann ehrt mich! Ich finde die Idee der L’ Édition Musique sehr spannend, denn ich lasse mich gerne von unterschiedlichsten Dingen inspirieren. Für mich ist das ein Experiment: Ich bin neugierig zu sehen, wie ich als Künstler auf neue Dinge reagiere. Ich bin gespannt, wie mich der Stammsitz von Geldermann hier in Breisach, die Gewölbekeller und natürlich die Produkte inspirieren werden. Hast Du ein musikalisches Ohr und spielt es eine Rolle bei Deiner Arbeit?

Marc Gauchey:
Sekt ist ein Getränk, das Töne hervorbringt. Nicht nur das Sehen und das Riechen und Schmecken spielen hier eine Rolle. Ich habe mich schon lange für Jazz interessiert und mit 40 Jahren angefangen Saxophon zu spielen. Darum finde ich unsere Idee Sekt mit Jazz zu verbinden großartig und bin gespannt, was Du daraus machen wirst.
Wie fängst Du mit einer Komposition an? Was ist Dir dabei wichtig?

Nils Wülker:
Ich beginne zwar erst einmal völlig frei mit einer Komposition, denn ich habe keine Vorgabe, aber natürlich habe ich über die Jahre hinweg meine persönliche Handschrift in der Stilistik meiner Musik entwickelt – genau wie Du beim Geschmack der Geldermann Cuvées. Und wie Du mache ich mir Vorgaben im Bezug auf die Wiedererkennung, die ich erfüllen will. Denn eine persönliche Handschrift als Künstler zu haben, finde ich sehr wichtig. Einmal ein gutes Stück abzuliefern, ist leicht, viel spannender ist es, wenn Künstler eine große Kontinuität zeigen. Denn nur so kann man die Hörer mit etwas Neuem überraschen, bleibt aber als künstlerische Persönlichkeit erkennbar.

Marc Gauchey:
Da arbeiten wir genau gleich: wir haben beide eine kreative Aufgabe und nehmen etwas, das die Natur uns gibt – bei Dir ist es der „l’ esprit du temps“, der Zeitgeist, um ein aktuell passendes Album kreieren zu können. Bei uns ist es die Geldermann Idee „l’ esprit de la marque“, und danach komponieren wir beide unser Produkt. Bei uns ist es vielleicht ein wenig begrenzter, denn wir haben nur die verschiedenen Jahrgänge, mit denen wir spielen können – oder eben die Edition von Geldermann.

Nils Wülker:
Was ist die Geldermann-Edition?

Marc Gauchey:
Bei der Geldermann-Edition stellen wir etwas Besonderes im Geschmack der Cuvée in den Fokus, dabei habe ich die freie Wahl. Es kann beispielsweise eher etwas trocken sein, es könnte ein Brut Nature werden, ein Rosé, da gibt es keine Beschränkungen. Eine Edition zu schaffen ist für mich die absolute Kreativität.

Nils Wülker:
Wie hier bei unserer L’ Édition Musique für Geldermann! Ich begeisterte mich für dieses Projekt, weil mich als Jazzmusiker viel mit Geldermann verbindet. Denn auch Du arbeitest mit einem flüchtigen Produkt der Natur, nämlich einem Jahrgang der immer wieder anders ist. Das fertige Produkt aber, der Sekt, bleibt bestehen und man kann ihn immer wieder genießen. Genauso wie man auch ein Album immer wieder anhören kann! Gleichzeitig ist aber Jazz eine Musik, die aus Improvisation entsteht und somit ebenso flüchtig und jedes Mal wieder anders ist. Wir schaffen beide eine Kreation des Moments.

Marc Gauchey:
Richtig, und genauso wie in der Musik ist auch für uns der Zeitgeist wichtig, denn das kulturelle Leben um uns herum entwickelt sich weiter. Beispielsweise sehen wir uns jetzt einem Generationswechsel in der Gesellschaft gegenüber. Diesen Geschmack der Zeit müssen wir treffen. Es ist immer eine Gratwanderung, die Tradition unserer Sektkompositionen mit den aktuellen Erwartungen der Kunden zu kombinieren.
Was inspiriert Dich? Sind es heute andere Dinge als früher? Hat das etwas mit dem Alter zu tun?

Nils Wülker:
Ganz sicher ist es andere Musik, aber es sind auch Erlebnisse und Begegnungen – die Dinge, die mir eine neue Sichtweise geben. Aber es ist nicht so, dass ich direkt danach ein Stück darüber schreibe. Es muss erst eine Weile sacken. Ich gehe zum Beispiel in meiner Freizeit sehr gerne in die Berge. Dort habe ich nie Musik im Kopf, da bin ich nur im Moment. Aber es macht etwas mit mir, das spüre ich, sobald ich zurückkomme. Und somit kann ich sagen, dass das Naturerlebnis für mich eine Inspirationsquelle ist. Aber jetzt freue ich mich auf die gegenseitige Inspiration zur ersten L’ Édition Musique, ich bin schon sehr gespannt, was wir kreieren werden.

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